Bei Andreae: Flucht nach Europa – Sichere Wege statt tödliches Meer

Das Sterben auf dem Mittelmeer ist in der deutschen Debatte um die Flüchtlingspolitik aus dem Blick geraten. Dabei ertrinken nach wie vor jährlich hunderte Menschen auf der verzweifelten Flucht nach Europa. Das kriminelle Geschäft der Schlepper läuft mit Anbruch des Sommers auf Hochtouren. Wenn wir die europäischen Werte ernst nehmen und Humanität bewahren wollen, braucht es eine verlässliche Seenotrettung. Stattdessen stehen zivile Seenotrettungs- organisationen im Feuer der Kritik. Und anstelle eines gesamteuropäischen, solidarischen Konzepts der Asylpolitik ziehen sich EU-Mitgliedsstaaten aus der Verantwortung. Wie kann das Sterben auf dem Weg nach Europa endlich gestoppt werden? Welche Vereinbarungen mit Herkunfts- und Drittländern sind nötig und verantwortbar? Wie kann eine humanitäre und umsetzbare Migrationspolitik aussehen?

Darüber möchte unsere Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae mit Ihnen am Donnerstag, den 21. Juni 2018 ab 19:00 Uhr im Goethe-Institut Freiburg und den folgenden Gästen ins Gespräch kommen:

Gerald Knaus ist Vorsitzender der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI). Er veröffentlichte viele Berichte, die breite Debatten hervorriefen, zuletzt „The Merkel Plan“ (2015) und „The Rome Plan“ (2017) zur Flüchtlingskrise und „The European Swamp“ (2016) zu Korruption im Europarat und gilt als Vordenker des umstrittenen Flüchtlingsabkommens mit der Türkei. Er ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und war für fünf Jahre Associate Fellow am Carr Center for Human Rights Policy der Harvard University Kennedy School of Governance (2010/2011) und Mercator-IPC Senior Fellow in Istanbul (2016/2017).

David Lohmüller ist freier Reisefotograf und Fotojournalist. Im Herbst 2015 half er als Freiwilliger aktiv auf der Balkanroute mit. Nach der Erfahrung der schockierenden Situation vor Ort verwarf er seine Arbeits- und Reiseplanung für das Jahr 2016 und verbrachte viele Monate als Helfer im Flüchtlingslager Idomeni und in verschiedenen Militärlagern in Griechenland. Bei seiner Arbeit als Helfer gelang es Lohmüller, nebenbei die Umstände und Lebensrealitäten vor Ort eindrucksvoll in Bildern und Videos zu dokumentieren.

Dr. Alexander Supady ist Gründungsmitglied und Vereinsvorsitzender von RESQSHIP e.V. Der gemeinnützige Verein wurde vor einem Jahr in Freiburg gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, einerseits Flüchtlinge in Seenot auf dem Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten und andererseits die Öffentlichkeit über die Lage in den Herkunftsländern und auf den Fluchtrouten zu informieren. Alexander Supady ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und hat an entwicklungsmedizinischen Projekten in Nepal, Malawi, Tansania und auf dem Mittelmeer mitgearbeitet.

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