Soziales

Entscheidend für Menschen, die in irgendeiner Form eine Einschränkung erfahren, sei dies körperlich, sozial, geistig oder psychisch, ist, dass sie ihr Leben trotz dieser Veränderung gestalten und aktives Mitglied der Gesellschaft bleiben können. Dies ist unserer Meinung nach eine zentrale Aufgabe der Stadt. Dazu gehören z. B. durchgehende Barrierefreiheit; ein Bürgerbus, der alle Ortsteile anfährt, sowie Möglichkeiten, in erreichbarer Nähe einkaufen und Bankgeschäfte tätigen zu können. Außerdem ist für Einrichtungen zu sorgen, die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen entlasten. Das gilt für Betroffene jeder Altersgruppe.

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft und sollen deswegen auf ihrem Weg unterstützt werden, sodass sie in Breisach Zukunft (er-)leben können.

Darüber hinaus gilt es, unsere vielen aktiven Vereine, die unsere Kultur gestalten und den Charakter unserer Stadtteile prägen, zu erhalten und zu fördern.

Viele Ehrenamtliche und angestellte Helfer haben hervorragende Arbeit in der Flüchtlingshilfe geleistet und es geschafft, dass mehrere Hundert Menschen hier in Breisach im wahrsten Sinne ankommen konnten. Als Stadt sollten wir ein großes Interesse daran haben, dass diese neuen Mitbürger*innen auch hierbleiben können.

Ausreichende und angemessene Versorgung und Betreuung sichern

Fördermöglichkeiten des Landes für die bereits vorhandenen Pflegeinstitutionen sollen besser ausgenutzt sowie ortsansässige ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen gefördert werden. Dies könnte geschehen, indem die Stadt selbst Gebäude erwirbt, in denen entsprechende Angebote gemacht werden.

Die Zukunft der ambulanten Versorgung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ist eine Aufgabe der Kommunen. Dazu gehören auch der Erhalt und Ausbau des Breisacher Krankenhauses und der Zugang zu einer ärztlichen Notversorgung.

Außerdem sollen unsere Senior*innen im Pflegefall nicht in weit entfernte Heime untergebracht werden müssen, sondern an ihrer lebenslangen Wirkungsstätte bleiben können. Hierzu benötigen wir entsprechenden Wohnraum und Entwicklungskonzepte für betreutes Wohnen.

Fördern und fordern: Kinder und Jugendliche sollen in Breisach Zukunft
(er-)leben

Kindergärten und Schulen sollen in allen Stadtteilen gefördert und gestärkt werden, insbesondere durch mehr Ganztagesplätze und eine Verbesserung der räumlichen Situation. Außerdem brauchen wir Einrichtungen, die Inklusion umsetzen. Die bestehenden Spielplätze sollen erneuert und zeitgemäß attraktiv gestaltet werden sowie ein neuer Abenteuerspielplatz angelegt werden.

Jugendliche sollen ihre Zukunft gestalten und Verantwortung in und für ihre Stadt übernehmen können, z. B. innerhalb eines Jugendgemeinderats. Zudem ist für sie ein Platz notwendig, den sie aktiv planen und mitgestalten und auf dem sie sich ungestört treffen können.

Ankommen und Bleiben: Zusammenwachsen von Geflüchteten, Zugezogenen und Einheimischen ermöglichen

Die aktuelle Verlegungspraxis, die bekannte Geflüchtete in ferne Gemeinden verschlägt und dafür neue Geflüchtete nach Breisach umsiedelt, ist für alle Beteiligten mit viel Frust und dem Verlust an Bindungen verbunden. Viele dieser neuen Mitbürger*innen haben hier Arbeit gefunden, sind Mitglieder in Vereinen, die Kinder sind in Schulen und Kindergärten unserer Stadt aufgenommen und somit auf dem besten Wege, Angehörige unserer Gemeinschaft zu werden. Die praktizierte regelmäßige Umsiedelung macht diesen Menschen immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Hier sind die Vertreter der Stadt gefragt, ihren Einfluss auf Kreis- und Landesebene geltend zu machen, um eine langfristige Integration von und mit Geflüchteten zu ermöglichen.

Aber auch die Menschen, die aus dem Umland vor allem in die neuen Baugebiete gezogen sind und zukünftig hierherziehen werden, wollen hier nicht nur äußerlich ankommen, sondern dazugehören und mitgestalten. Dafür sollen die Möglichkeiten der Begegnung mit Altbürgern gefördert werden und ihnen direkt die verschiedensten Angebote in unserer Stadt aufgezeigt werden. Außerdem wollen wir einen jährlichen Neubürgerempfang.

Noch verborgene Leistungen zeigen

Bei der Verleihung der Bürgermedaillen werden zu wenige Frauen unserer Stadt ausgezeichnet, obwohl auch diese Bevölkerungsgruppe vielfältig zum Wohle der Stadt beiträgt. Hier soll durch eine Parität bei zukünftigen Verleihungen eine angemessene Repräsentation erreicht werden.

Auch werden bei Straßennamen noch zu wenig weibliche Persönlichkeiten hervorgehoben. Es sollen deshalb in neuen Wohngebieten vermehrt Frauen bei der Benennung von neuen Straßen berücksichtigt werden.

Außerdem soll vonseiten der Stadt die Wertschätzung gegenüber den vielen Beschäftigten in den hier ansässigen Unternehmen stärker zum Ausdruck gebracht werden. Dies könnte durch einen Arbeitnehmer*innenempfang am Vorabend des Maifeiertags geschehen, ähnlich dem jährlichen Neujahrsempfang.